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EU-Ministerrat stoppt Einführung des Upload-Filters

Völlig überraschend wurden die Pläne zur Einführung des umstrittenen Upload-Filters und des Leistungsschutzrechts vorerst auf Eis gelegt.

Der Montag beginnt mit einer überraschenden Nachricht aus Brüssel. Wie bereits Eingangs erwähnt, wurde die Einführung des umstrittenen Upload-Filters und des Leistungsschutzrechts (LSR) gestoppt.

Seit Monaten wird in Europa über die geplante Urheberrechtsreform diskutiert – ja sogar gestritten. Dabei stoßen vor allem die Artikel 11 und 13 auf massive Gegenwehr. Etwas weiter unten erkläre ich noch mal kurz, was Artikel elf und 13 regeln sollen.

Doch jetzt kommt etwas Bewegung in den Fall. Wie EU-Parlamentarierin Julia Reda via Twitter bekannt gab, haben sich insgesamt elf Mitgliedsstaaten gegen den erst vor einigen Tagen vorgestellten Kompromissvorschlag der rumänischen Ratspräsidentschaft ausgesprochen – darunter unter anderem auch Deutschland, Italien, Polen und Luxemburg.

Demnach konnten sich die EU-Mitgliedstaaten nicht auf eine gemeinsame Verhandlungsposition einigen. Laut Reda habe aber vor allem der öffentliche Druck zum Einführungsstopp geführt. Dieser müsse jetzt auch unbedingt aufrechterhalten werden, denn ganz vom Tisch ist das Thema noch nicht.

Unterstützung kommt sogar von unerwarteter Seite. In den letzten Wochen schalteten sich sogar Rechteinhaber ein und machten gegen den Upload-Filter Stimmung.

Es lohnt also auch weiterhin, sich gegen die geplante Reform aufzulehnen.

Artikel 11 und 13 – worum geht es da nochmal genau?

Gut, bei all der Diskussion um die Urheberrechtsreform gibt es eine Menge, zum Teil irreführende Informationen. Daher möchte ich dir hier noch einmal kurz erläutern, worum es vor allem in den beiden genannten Artikeln geht.

Artikel 11

Artikel elf betrifft besonders Unternehmen, welche ihren Content über Plattformen wie Facebook und Co verbreiten. Hier bietet das soziale Netzwerk eine Funktion an, welche urheberrechtlich geschützte Inhalte, wie bspw. die Headline eines Artikels, in einem „Snipped“ (Vorschau) anzeigt.

So wird dann Gewinn generiert. Und damit sich Facebook und Konsorten die Kohle nicht allein in die Tasche stecken, sollen die Unternehmen über Lizenzgebühren an den Umsätzen beteiligt werden. Klingt ja im Grunde genommen absolut fair oder?

Nun hat man das Ganze bereits in Spanien getestet und drei Mal darfst du raten, wie das dort funktioniert hat. Richtig, eher nicht so gut. Zwar wurden die Unternehmen prozentual am Umsatz beteiligt, allerdings wirkte sich das Ganze negativ auf die Sichtbarkeit (Traffic) der Beiträge aus. Journalisten bspw. haben so nie einen Cent von der Kohle gesehen.

Lief also eher suboptimal.

Aber auch für dich hat das alles einen sehr faden Beigeschmack. Denn wer Lizenzgebühren verlangt, der wird mit niedrigem Traffic abgestraft. Das heißt im Klartext, dass Betreiber von Seiten oder Unternehmen die eben keine Lizenzgebühren verlangen, mit wesentlich höherer Wahrscheinlichkeit in deinem Newsfeed auftauchen. Darunter befinden sich dann sehr oft auch Seiten, die Fake News oder Propaganda verbreiten.

Artikel 13

Artikel 13 ist wohl jener, der bei uns allen für die meiste Aufregung sorgt. Eine Vielzahl größerer YouTuber sehen hier sogar den Untergang des Abendla…. – ach Halt, das war ein anderes Thema – ich meine natürlich des Internets. Ziemlich übertrieben oder?

Na ja, wir kennen das ja. Grade der ein oder andere „Influencer“ übertreibt gerne mal maßlos. Doch in dem Falle ist die Angst nicht ganz unbegründet. Denn, in Artikel 13 wird jede Plattform, welche vom Nutzer generierten Content anbietet, einen Filter anwenden, der möglicherweise urheberrechtlich geschützte Inhalte gar nicht erst hochladen lässt.

Und das betrifft bei Weitem nicht nur YouTube. Auch und vor allem die Sozialen Netwerke, Foren oder Blogs sind davon betroffen. Du postest gerne Memes von Games oder Filmen? Mit Artikel 13 nicht mehr.

Das Absurde daran, sogar „legaler“ Content könnte sicherheitshalber mal einfach so entfernt werden. Man weiß ja nie ob Marvel auch wirklich die Rechte an Avengers besitzt, du verstehst?

Ziemlich bekloppt das Ganze und wir hoffen natürlich, dass diese Reform in naher Zukunft komplett eingestellt wird.

Wie stehst du zur umstrittenen Urherberrechtsreform? Pack uns deine Meinung dazu einmal in die Kommentare!


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